25.11.13
Ein Mittel gegen multiresistente Keime? Viren aus Klärschlamm sollen Killer-Keime abtöten

 

Multiresistente Bakterien, mit denen sich Patienten in Krankenhäusern anstecken, erschüttern das Vertrauen in die moderne Medizin zusehends. Es gibt Krankenhauskeime, die sich selbst von hochwirksamen Antibiotika nicht mehr stoppen lassen. Und der Nachschub an neu entwickelten Antibiotika stockt, auch weil Neuentwicklungen für Pharmaunternehmen wenig interessant sind: Der Aufwand ist hoch, die zu erwartenden Umsätze niedrig. Denn ein neues Super-Antibiotikum würde nur sehr sparsam eingesetzt, damit die Bakterien, gegen die es wirkt, nicht zu schnell wieder Resistenzen entwickeln können. Weil die Ansteckungen mit gefährlichen Keimen immer weiter zunehmen, erinnern sich Forscher nun an urzeitliche Erzfeinde der Bakterien: Phagen – Fresszellen der Natur.

Phagen haben zwei Milliarden Jahre Erfahrung im Kampf gegen Keime - weit mehr als moderne Pharmaforscher. Deswegen können die hoch flexiblen Angreifer aus der Virenwelt sogar Superkeime killen, die jedem Antibiotikum trotzen. Noch fristet die Phagen-Therapie ein Schattendasein, zugelassen ist sie nur im Rahmen individueller Heilversuche. Doch immer öfter helfen Phagen gegen schier hoffnungslose Entzündungen. Mehr und mehr Forscher beginnen zu ahnen, dass die urzeitlichen Fresszellen, die in Kloaken, Schweineställen oder Kläranlagen auf Bakterienbeute warten, zu künftigen Hoffnungsträgern der Medizin werden könnten. PLANETOPIA hat eine Phagen-Theraphie begleitet und zeigt zukünftige Einsatzmöglichkeiten.