11.06.12
Trauma Torgau - Opfer der DDR-Heimerziehung klagen an

 

Die DDR unterhielt ein weitverzweigtes System von Kinderheimen, Spezialkinderheimen, Sonderheimkombinaten und Jugendwerkhöfen, in denen vermeintlich schwer Erziehbare durch Arbeit, Unterricht und Drill zu "vollwertigen Mitgliedern der sozialistischen Gesellschaft" erzogen werden sollten. In manchen dieser Jugendwerkshöfe waren die Lebensbedingungen härter als in einem Gefängnis. Schikane, Misshandlungen, sogar sexueller Missbrauch waren keine Seltenheit. Besonders schlimme Zustände herrschten im Jugendwerkhof Torgau bei Leipzig, heute eine Gedenkstätte.

PLANETOPIA hat dort Ralf Weber und Heidemarie Puls getroffen. Die beiden berichten von den Monaten in Torgau, die sie selbst als die schlimmste Zeit ihres Lebens bezeichnen. Ralf Weber war, weil er rebellisch war, auch für kurze Zeit in den berüchtigten Fuchsbau gesteckt worden, ein kaum zwei Quadratmeter großes Kellerloch. Dort hatte er mit dem Leben abgeschlossen. Denn wer hier runter kam, sagt Weber heute, konnte nicht unbedingt damit rechnen, dass er im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte wieder raus kam.