04.07.11
Vom Beschützer zum Täter? Die Wormser Prozesse müssen neu geschrieben werden

 

Es waren die größten Missbrauchsprozesse der deutschen Rechtsgeschichte: In den als "Wormser Prozesse" bekannt gewordenen Gerichtsverhandlungen waren in den neunziger Jahren 25 Personen aus Worms und Umgebung des massenhaften Kindesmissbrauchs im Rahmen eines Pornorings angeklagt worden.

Während die Eltern in Untersuchungshaft saßen kamen 16 Kinder in Heime. Der Prozess endete seinerzeit mit Freisprüchen für alle Angeklagten. Die Kinder kamen in die Familien zurück - bis auf sechs Kinder. Die wurden im Kinderheim "Spatzennest" untergebracht. Deren Leiter war einer der Haupt-Belastungszeugen in den damaligen Prozessen - beschuldigte die Eltern, ihre Kinder missbraucht zu haben.

Doch jetzt klagen die Kinder, die damals in seine Obhut kamen, ihn selbst wegen jahrelangem sexuellen Missbrauchs an. PLANETOPIA hat einen Vater getroffen, der unschuldig in Untersuchungshaft saß, dessen Sohn im Spatzennest leben musste und der inzwischen eine riesige Verschwörung vermutet.