16.04.12
Heiße Streifen - Explosionsgefahr im Bundesfilmarchiv

 

Hoppegarten, eine kleine Siedlung am östlichen Stadtrand Berlins. Direkt neben der ehemaligen Chiffrierzentrale der Stasi ist ein riesiger Erdwall aufgeschüttet. Darunter befindet sich das Filmarchiv des Bundesarchivs. Das Gebäude: ein Bunker – doch seine dicken Betonmauern sollen nicht vor Angriffen von Außen schützen. Die Gefahr lauert hinter riesigen Stahltüren. Schon beim Hineingehen hat PLANETOPIA das Gefühl einen Gefrierschrank zu betreten. Im Inneren des Bunkers herrschen konstant minus sechs Grad Celsius.

Egbert Koppe kennt diese Temperaturen nur zu gut. Er arbeitet hier als Filmrestaurierungspezialist. Denn hier, zehn Meter unter der Erde, wird hinter den dicken Eisentüren das deutsche Filmerbe verwahrt und konserviert. Auf jahrzehntealten Rollen befinden sich Filme aus der Frühgeschichte des deutschen Kinos – vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Anfang der 1960er Jahre. Spielfilme, Dokumentarfilme, Wochenschauen, Lehrfilme – darunter Klassiker wie Fritz Langs Epos Metropolis.

Maximal 2.000 Rollen lagern in jeder Kammer, 75.000 Rollen sind es insgesamt. Die Ursache für die abgeschottete Lagerung liegt in den strikten Sicherheitsmaßnahmen, denn alle hier gelagerten Filme wurden auf Nitrocellulose gedreht. Ein Material, das so gefährlich ist, dass die kleinste Entzündung zu einer riesigen Explosion führen würde. Schläge oder Temperaturen ab 40 Grad Celsius würden genügen, um innerhalb von Sekunden alles in die Luft zu sprengen.

PLANETOPIA durfte einen exklusiven Blick in die Bunkerwelt für die bewegten Bilder werfen und zeigt, wie das Team von Egbert Koppe das vorhandene Material in seinen Spezialwerkstätten restauriert und umkopiert. Nur auf diese Art und Weise haben die Experten eine Chance, die Filme für die Nachwelt zu erhalten und gleichzeitig die Explosionsgefahr dauerhaft zu bannen.


Internettipp
Opens external link in new window Informationen über das Bundesfilmarchiv auf den Seiten des Bundesarchivs