Jede zweite Hähnchenfrischfleisch-Probe ist laut jüngsten Untersuchungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) mit antibiotikaresistenten Keimen verseucht. Als Ursache für die hohe Zahl von verunreinigten Produkten wird derzeit die Vergabe von zu großen Antibiotikamengen an Masthähnchen in der Massentierhaltung vermutet. Doch hier beginnt das Problem vieler Mäster: Der Fleischbedarf der Deutschen ist riesengroß und vorwiegend wird billiges Fleisch gefordert. Die Massentierhaltung bildet hierfür die einzig mögliche Grundlage.
PLANETOPIA hat nachgehakt: Wollen deutsche Mastbetriebe tatsächlich immer Antibiotika einsetzen oder fehlen ihnen einfach die rechtlichen Alternativen? Karl Schweisfurth kennt die Antwort. Bis vor wenigen Jahren produzierte sein Familienbetrieb Fleisch am Fließband, für Deutschlands führende Wurst-Hersteller. Inzwischen hat man auf Bio umgestellt. Dafür züchtet Schweisfurth extra eine ältere, robustere und nicht überzüchtete Hühnerrasse. Die soll besseres Fleisch geben, kostet aber auch wesentlich mehr beim Verkauf.
Konventionelle Bauern können sich eine Preissteigerung dagegen derzeit nicht erlauben. Deshalb müssen sie laut Schweisfurth auch kranke Hühner mit Antibiotika aufpäppeln. Der geringe Preis des Fleisches lässt kaum Spielraum zu, größere Mengen von Tieren durch Krankheiten zu verlieren.
Internettipp:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

